Category: Journalismus


Der Weihnachtsmann kann lachen

Er gehört in die Zeit der Wunder, Geheimnisse und Fantasien. Die Weihnachtszeit ist seine Zeit – die Zeit des Weihnachtsmannes. Zeit- und geschichtslos scheint er seine Geschenke auszuteilen, ohne dass einer jemals nach seiner persönlichen Geschichte gefragt hätte.

Aber er hat eine und  außerdem noch ein Geburtsjahr und einen Vater, dessen Vaterschaft kaum jemand kennt: Der hieß nämlich Moritz von Schwind, war Maler und hat seinen Sohn als Prototyp mit Farbe und Pinsel geboren. Das war 1847 für eine Bilderfolge der Zeitschrift „Münchner Bilderbogen“, die in Deutschland und Europa ihre Leser hatte.

Da zeichnete Moritz von Schwind also einen „Herrn Winter“, einen alten Mann mit langem weißem Bart im braunen Kapuzenmantel, hohen Stiefeln und einem kleinen Tannenbäumchen mit brennenden Kerzen in der Hand.

Diese Geschichte ist nun 167 Jahre her – 167 Jahre, in denen der Weihnachtsmann einen beispiellosen Siegeszug durch Europa und die Welt gemacht hat. Als 1968 schwedische Jugendliche im Angesicht wachsenden Weihnachtskonsums forderten „Schafft den Weihnachtsmann ab“, konnte das nur als ein schwaches Kratzen am Denkmal Weihnachtsmann gelten.

Von allen bewundert jedes Jahr wieder im Ka De We in Berlin – ein Klasse Weihnachtsmann!

war aus dem Prototyp ein Millionenseller geworden, mühelos seiner Wiege entwachsen, der bürgerlichen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts und ihrer neuen Kleinfamilie mit dem unangefochtenen Leitbild des liebevoll-autoritären Vaters, dem das artige Bürgerkind zu gehorchen hatte. Mühelos aber auch Volkstümliches und Mythisches vereinnahmend und vereinigend – auch den Heiligen Nikolaus mit seinem dämonischen Knecht Ruprecht aus der Tradition der beiden großen christlichen Kirchen und das Christkind als weihnachtlichen Gabenbringer dazu.

Er überstand Kaiser und „Tausendjähriges Reich“, war auch in der staatsatheistischen DDR populär. Mühelos vertrug er sich in seinen 167 Lebensjahren mit anderen Kulturen und Weltanschauungen, fast so als wolle er als Sinnbild des alten, weisen und gütigen Mannes dem christlichen Jesuskind in der Krippe ein weltliches Paroli bieten. View full article »

 Die viertägige Jubiläumsreise nach Stavanger

Oder

Eine lange Liebeserklärung an eine kurze Reise

Die Queen Mary 2 legt ab

Die Queen Mary 2 legt ab. In den Himmel ragt nicht nur sie. Hinter ihr ragt alles in den Himmel, was Hamburg zu bieten hat und bildet eine einzigartige Abschiedssilhouette – vom Riesenrad am Grasbrook Terminal, der noch immer kranumkränzten Elbphilharmonie, den Kirchtürmen und Riesenkränen in den Wirtschaftshäfen. So sieht eine Paradeausfahrt aus. So fühlt sie sich an, begleitet von Tausenden von Menschen.

Ganz langsam verliert sich Hamburg im Abendhimmel. Am Übergang zwischen Himmel und Wasser bleibt eine immer schmaler werdende gezackte dunkle Linie zurück, gemalt von einer Stimmung, die Abschied heißt.

Vorbei an der Elbphilharmonie

Da mag sich in seine Kabine verziehen wer will. Diese Art von sommerlichem Abschiednehmen will gefeiert sein, gefeiert sein unter einem blauen Himmel auf den Decks im Heck, der sich nahtlos vermählt mit dem wässrigen Graublau der Elbe.  Sie feiern sich gegenseitig. Ihre beste Seite ist es, die sie spielen, die sie im Konzert des Miteinander aufgelegt haben. Es ist eine Symphonie, die man nicht mit den Ohren hören kann. Sie will erfühlt sein. Wenn jetzt noch ein Abschiedskonzert aus der Elbphilharmonie tönte…

Welch ein Abend unter Schäfchenwolken, Fähnchen schwenkenden Passagieren, vorbei an der Seemannsmission, den Schiffsdocks, weiten Containerfeldern, den Köhlbrand hinter sich lassend, Terminal Burchardkai mit seinen riesigen Kränen, Finkenwerder zur Linken, Airbus und das Hotel Louis Jakob. View full article »

 

Wie in der Wüste…

Gibt es im Hamburger Hafen Wüstenschiffe? Diese Frage könnte seit dem 4. Juli 2014 bejaht werden. Allerdings darf der geneigte Leser hier mehr erwarten als ein Wortspiel, denn er wird sich so einfach nicht hinters Licht führen lassen, gerade wenn das „Wüstenschiff“ den Namen „AIDAluna“ trägt. Der spielt bekanntlich  auf die dunklere Tageszeit an. Aber Nacht war es nicht, sondern strahlender Sonnenschein, als die „ AIDAluna““  zu ihrer kürzesten Kreuzfahrt auslief, etwa eineinhalb Seemeilen lang vom Cruise Center in Hamburg – Altona bis an den Kronprinzkai in den Kaiser-Wilhelm-Hafen in Hamburg – Steinwerder.

Das tat sie zum feierlichen ersten Spatenstich zum Bauauftakt für das dritte Kreuzfahrtterminal am Kronprinzkai , das „Cruise Center 3“, kurz CC3 genannt.

Michael Ungerer und Hanjo Müller

Die Feiernden wurden mit der „AIDALuna“ an den Kai des neuen Terminals gebracht. Kapitän Hanjo Müller schaffte das im eleganten Rückwärtsgang, wie von einem solchen Schiff nicht anders zu erwarten: Das erste Mal anlegen, wo noch nie ein Kreuzfahrtschiff angelegt hat.  Eine Jungfernfahrt der besonderen Art, denn eine Kaimauer gibt es schon, sonst aber nur eine Wüstenlandschaft mitten im Kaiser-Wilhelm-Hafen, auf der nun das neue Kreuzfahrtterminal errichtet werden soll.

Die historischen Spaten warten

Dort ist der Eindruck einer zwanzig Fußballfelder großen Wüste für alle real, als sie über die Gangway auf den Kronprinzkaikai  hinunterschreiten, unmittelbar zu auf den fototechnisch ergiebigen  Platz: einen präparierten Sandhügel mit vier Schaufeln für den historischen Spatenstich, vier weiße Sturzhelme inbegriffen. Den vollziehen dann: Wirtschaftssenator Frank Horch, Jens Meier – Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburger Port Authority, Michael Eggenschwiler – Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Hamburg GmbH und Projektleiterin Iris Scheel.

Frank Horch spricht auf der AIDAluna zu den Gästen

Gastgeber dieser „kürzesten Kreuzfahrt aller Zeiten“ ist AIDA Vorstandschef Michael Ungerer. Seine Freude darüber, dass sich die Kreuzfahrtbranche wachsender Beliebtheit erfreut, dürfte ungetrübt sein. Deutschland sei inzwischen schon weltweit die Nummer zwei im Passagieraufkommen. Dies werde sich noch steigern, so hofft er. Hamburg habe sich zu einer der beliebtesten Kreuzfahrtdestinationen Europas entwickelt. Sein Unternehmen wird mit der im Bau befindlichen, dreihundert Meter langen „AIDAprima“ ab 2016 hier anlegen. Für Schiffe wie sie ist dieses Cruise Terminal geplant. Wöchentliche und ganzjährige Abfahrten soll es geben. Wer hätte das noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten.

Wirtschaftssenator Frank Horch begründet diesen Schritt: „Die Kreuzfahrt ist zu einem starken Wirtschaftszweig innerhalb des Hafens geworden und beflügelt den Tourismus in der Stadt. Aus diesem Grund investiert Hamburg in den Kreuzfahrtstandort. Mit der Realisierung des dritten Kreuzfahrtterminals folgt der nächste Schritt, um der Nachfrage der Reedereien nach leistungsstarken Terminalkapazitäten auch in der Zukunft zu entsprechen. Von dieser guten Entwicklung profitiert die gesamte Hamburger Wirtschaft.“

Gleich ist es soweit – nach dem Reden kommt das Schaufeln!

Der Auftrag beinhaltet neben dem Bau des Terminalgebäudes, der Flächenherrichtung mit Parkplätzen und Zufahrtswegen sowie der Verstärkung der Kaimaueranlagen auch den Betrieb dieses dritten Terminals sowie der bereits bestehenden in Altona und der Hafencity. Für beide Vorhaben fungiert der Flughafen Hamburg als starker Partner, der vor allem seine Expertise für die Bereiche Terminalbau- und betrieb sowie die Gepäckabfertigung mitbringt.

„Der Bau des dritten Kreuzfahrtterminals ist eine komplexe Aufgabe und zugleich eine neue Herausforderung, der wir uns gerne stellen. Mit dem neuen Kreuzfahrtterminal schaffen wir zusätzliche Kapazität für alle Reedereien. Die Zahl der Schiffsanläufe und die Prognosen zeigen, dass Hamburg ein drittes Kreuzfahrtterminal braucht“, erklärt Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Port Authority ( HPA).

Anlegen am “Wüstenkai”

Das neue Terminal am Kronprinzkai  im mittleren Freihafen entsteht auf einer Fläche von rund zwei Fußballfeldern. Nach der Inbetriebnahme können dort 8.000 Passagiere pro Anlauf abgefertigt werden. Damit die Gepäckmengen reibungslos bewältigt werden können, sollen Ein- und Ausstiegsbereiche voneinander getrennt werden. Während im östlichen Gebäude die Abreise erfolgen wird, können gleichzeitig neue Gäste über das westliche Gebäude an Bord gehen.

„Mit der Teilnahme an dem Projekt „3. Kreuzfahrtterminal“ kann der Flughafen sein Prozess-Know-how im Terminalmanagement sowie in der Passagier- und Güterlogistik einbringen und weiter ausbauen. Die vorhandenen Synergien zwischen den Kreuzfahrtterminals und dem Flughafen, wie optimale Abläufe im Terminal und beim Gepäckhandling, erhöhen gleichermaßen die Standortattraktivität des Hafens und des Flughafens“, sagt Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Hamburg GmbH.

Die ersten Spatenstiche sind getan. ( von links) Jens Meier, Iris Scheel, Frank Horch, Michael Eggenschwiler

Die Zufahrt zum neuen Terminal CC3 wird über die Buchheisterstraße erfolgen, die zu diesem Zweck dreispurig ausgebaut wird. Auch der Knotenpunkt Reiherdamm/Buchheisterstraße wird angepasst und mit einer Ampelanlage ausgerüstet. Neben der Zufahrt über Land wird es die Möglichkeit geben, das neue Terminal mit der Fähre zu erreichen. Zu diesem Zweck wird im östlichen Bereich des Terminals ein öffentlicher Anleger errichtet. An der bereits bestehenden Kaimauer werden Fender, Poller und Dalben nachgerüstet, so dass dort künftig die ganz großen Kreuzfahrtschiffe festmachen können.

Fertig für den historischenAugenblick

Die Kosten für das Gesamtprojekt inklusive der öffentlichen Verkehrsanbindung und des zukünftigen Investments in das CC1 werdenn mit rund 80 Millionen Euro angegeben. Die Nutzung des 3. Kreuzfahrtterminals CC3 ist zunächst auf 15 Jahre angelegt.

Das neue CC3 soll 2016 fertig sein. Wenn dann die große AIDAprima oder die Queen Mary 2 anlegen werden, dann sicherlich nicht als „Wüstenschiffe“. Diese Landschaft wird sich dann  hoffentlich in ein funktionsfähiges Cruise Center verwandelt haben, auf dessen ambitionierte Logistik man schon heute gespannt sein darf.

 

Anhang: Was ist die Hamburg Port Authority?

Die Hamburg Port Authority betreibt seit 2005 ein zukunftsorientiertes Hafenmanagement aus einer Hand. Als Anstalt öffentlichen Rechts ist die HPA verantwortlich für die effiziente, Ressourcen schonende und nachhaltige Vorbereitung und Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen im Hafen. Die HPA ist Ansprechpartner für alle Fragen der wasser- und landseitigen Infrastruktur, der Sicherheit des Schiffsverkehrs, der Hafenbahnanlagen, des Immobilienmanagements und der wirtschaftlichen Bedingungen im Hafen. Dazu stellt die HPA die erforderlichen Flächen bereit und übernimmt alle hoheitlichen Aufgaben und hafenwirtschaftlichen Dienstleistungen. Sie vermarktet spezielles, hafenspezifisches Fachwissen und nimmt die hamburgischen Hafeninteressen auf nationaler und internationaler Ebene wahr.

www.hamburg-port-authority.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorbericht zum Festival

Burton, Winnetou, Old Shatterhand

Die Karl-May-Spiele haben zur Pressekonferenz geladen. Angetreten sind die große Karl-May-Schauspielerfamilie, dazu über zwanzig Pferde, fünfzig Komparsen sowie die Vögel Jimmy und Cliff. Cliff ist ein majestätischer Weißkopfseeadler. Er ist als „Ko-inta“ der Begleiter Winnetous. Jimmy ist eine Weißrückengeierdame mit zwei Metern Flügelspannweite. Ohne sie geht es in diesem Jahr in Bad Segeberg nicht, denn der Titel des Stückes der Karl-May-Spiele 2014 lautet „Unter Geiern – Der Geist des Llano Estacado“.

Regisseur Norbert Schultze jun. und Falknerin Claudia Fischer

Falknerin Claudia Fischer hat kein Problem damit, die beiden Vögel bei ihrem „Auftritt“ zu unterstützen. Sie fliegen, und wie sie fliegen. Sie landen auch genau dort, wo sie es sollen. Majestätisch schwebt der Weißkopfseeadler in die Szene vom oberen Rand der Zuschauerarena über Sitzbänke und neugierige Köpfe ein und landet auf Winnetous Arm. Die Kameras klicken im Dauermodus. Was für ein ein Motiv!

Was für Motive bietet aber auch alles andere, das die Macher der Karl-May-Spiele in diesem Jahr entwickelt und ihren Zuschauern zu bieten haben – angefangen mit dem neuen Bühnenbild von Andreas Freichels. Er integriert die gefährliche und triste Wüstenlandschaft des Stückes, das Gasthaus nebst Store „Helmers Home“, ein Comanchendorf  und eine geheime Oase inmitten des Llano Estacado zu einem beeindruckenden Ensemble. Auf- und Abgänge von Reitern, Kutschen, Komparsen und Schauspielern lassen Perfektion und Spielfreude strahlen.

Es geht los!

Regisseur Norbert Schultze jun. moderiert es mit Freude und führt in die Szenen ein. Zum 14. Mal ist er der Regisseur der Karl-May-Spiele. Seit Mai ist er wieder in Bad Segeberg, denn im Winter lebt er in Kapstadt. Dort bringt er als Gründer des Deutschen Theaters diverse Inszenierungen auf die Bühne. Aber wer schon in den 60er Jahren mit Pierre Brice und Lex Barker am Set war und Karl-May-Filme gedreht hat, für den ist es die pure Freude, hier am Kalkberg zu inszenieren. Das ist ihm wieder einmal gelungen! Als Experte für eindrucksvolle Massenszenen und punktgenau inszenierte Komik sowie stimmungsvolle Musikuntermalung hat er in Bad Segeberg auch in diesem Jahr seine Meisterschaft bewiesen.

Christian Kohlund als Burton

Mit den „Sechzigern“ allerdings hat es in diesem Jahr bei den Karl-May-Spielen  eine besondere Bewandtnis: 63 Jahre ist es her, dass hier dieses Freilichtspiel eröffnet worden ist; 63 Jahre alt ist auch der diesjährige Bösewicht und Schauspielerstar Christian Kohlund. Diese beiden passen also offensichtlich sehr gut zusammen. Karl-May-Spiele- Bad Segeberg Geschäftsführerin Ute Thiel: „ Wir freuen uns, dass es in dieser Saison geklappt hat, denn wir haben uns Christian Kohlund seit Jahren für unser Ensemble gewünscht.“ Sein  Charme allerdings und seine markante Bassstimme, die ihm in den Medien die Bezeichnung „Frauenschwarm“ eingetragen haben, wird Christian Kohlund in Bad Segeberg in die verschlagenen Täuschungsmanöver des gefürchteten Gangsters und Kopfes der Llanogeier-Bande ummünzen, der als Wolf im Schafspelz unterwegs ist. Als Priester Burton versucht er, mit frommen Sprüchen und einem am Gürtel der schwarzen Soutane  baumelnden Kreuz zu täuschen. Ein Charakter, mit dem er seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt. Das charmante Lächeln taucht erst zum Schluss wieder auf, als das Blitzlichtgewitter der Fotografen und die Fernsehkameras auf ihn gerichtet sind.

Die Guten reiten ein

Aber Karl May wäre nicht Karl May, wenn nicht die beiden einen bewunderten Mittelpunkt böten, ohne die es nun einmal nicht geht: Winnetou und Old Shatterhand! Dabei erweisen sich die beiden Blutsbrüder nicht nur als Friedensstifter und Versöhner, sondern sie sind in diesem Jahr auch schlagkräftig unterwegs, Jan Sosniok als Winnetou, Wayne Carpendale als Old Shatterhand.

Sosniok gibt den Winnetou in Bad Segeberg in der zweiten Saison und die Rolle ist ihm auf den Leib geschneidert. Er hat Winnetou in dieser Inszenierung eine besondere Note verliehen. Sein Kampf für Gerechtigkeit ist nicht nur einer mit Worten. Er lässt die Bösewichter auch schon mal im handfesten Kampf spüren, wenn sie zu weit gegangen sind.

Als er im vergangenen Jahr in „Winnetou I – Blutsbrüder“ am Kalkberg einritt, bahnte sich ein Erfolg an. Befürchtungen, dass durch den Wechsel in der Besetzung des Winnetou die Besucherzahlen zurückgehen würden, bestätigten sich nicht, im Gegenteil. Am Ende der Saison 2013 konnten sich Sosniok und seine Kollegen über das beste Ergebnis in der Geschichte der Karl-May-Spiele freuen.

Winnetou mit dem Adler Cliff

Wayne Carpendale kennt den Kalkberg und die Karl-May-Spiele seit vielen Jahren. Vor elf Jahren reüssierte er als Old Surehand, dem besten Schützen des Wilden Westens, und überzeugte dort mit einer dynamischen und sympathischen Darstellung. Er beweist in dieser Inszenierung genau wie Sosniok, wie wichtig körperliche Fitness und Mut sind, um die spielerischen Anforderungen zu erfüllen: Action-Szenen, in denen der Sand in der Arena aufgewirbelt wird und die beiden Blutsbrüder sich im Kampf messen, verlangen sportliches Können und Spielfreude der besonderen Art. Man spürt die Hand von Dr. Steve Szigeti, der das Stuntteam leitet, und seit über dreißig Jahren in Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen für Action sorgt. Dem Publikum wird es gefallen, den Akteuren sichtlich auch.

Buffalo Bill

Zum ersten Mal knüpft eine Inszenierung am Kalkberg das Band zum echten Wilden Westen indem es Buffalo Bill mit einbezieht. Er ist historisch und wird malerisch und einfallsreich mit seiner Wild-West-Show in die Handlung eingebaut. William Frederick Coda alias Buffalo Bill wird von Joshy Peters gespielt. Er ist ein alter Hase in Bad Segeberg und nun schon 27 Jahre lang in verschiedenen Rollen dabei. Wenn er mit Kutschen, Pferden, Stunts, Zirkus und Musik einzieht, entfaltet sich eine bunte und fröhliche Szenerie.

Wer auf das „sächsische Element“ gewartet hat, wird nicht enttäuscht. Uwe Karpa als Quacksalber Professor Hieronimus Zacharias Schmalfuß wird das Publikum mit Sicherheit durch seine explosiven Experimente überzeugen.

Professor Schmalfuß

Neu am Kalkberg ist die Hamburger Schauspielerin Heidrun Fiedler. Sie spielt die mutige Westernlady Mary Helmers. Sie verbindet eine Romanze mit dem geheimnisvollen Westmann Bloddy Fox, gespielt von Nicolas König. Auch er ein langjähriges Mitglied im Ensemble, nun schon zum zehnten Mal.

In weiteren Rollen spielen Dirc Simpson als Schiba-bigk, Häuptlingssohn der Comanchen, der den Mord an seinem Vater rächen will. Sein Debut in Bad Segeberg gab Fabian Monasterios schon im Jahr 2012. In dieser Saison spielt er Stewart, die rechte Hand von Gangsterboss Burton in der Llanogeier-Bande.

Heidrun Fiedler in der Arena mit Bloody Fox und Old Shatterhand

Harald P. Wieczorek ist in drei Rollen zu sehen: als alter Comanchenhäuptling  Tevua-schohe, als Store-Besitzer John Helmers und Diamantenhändler  Mr. Leader. Schon in den 80er Jahren spielte Maik Sommer als Reiterstatist in Bad Segeberg. Dann folgten immer wieder Sprechrollen und mittlerweile fährt er die Kutschen durch den Sand der Arena. In diesem Jahr ist er der Gangster Porter und Major Owens von der US-Kavallerie.

Als „Off-Sprecher“ des Stückes für Ansagen und Begleittexte zwischendurch sind Reiner Schöne und Marek Erhardt aus dem Lautsprecher zu vernehmen. Auch diese beigen kennen den Kalkberg als Ensemblemitglieder aus Inszenierungen vergangener Jahre. Reiner Schöne spielte zweimal mit. Seit 2008 begleitet aber seine Stimme die Zuschauer durch die Wildwest Abenteuer in Bad Segeberg. Marek Erhardt spricht Texte zur Organisation, die Sicherheitsansage und Texte in der Pause. Der Schauspieler und Enkel von Heinz Erhardt wird vielen Zuschauern noch als Stadionsprecher des HSV in Erinnerung sein.

Der Premiere entgegen fiebern nicht nur die Aktiven in der Arena. Das Buch zum Stück hat Michael Stamp geschrieben. Zu erleben, wie sich 70 Seiten Dialoge und Regieanweisungen mit Leben erfüllen, ist immer wieder ein spannender Prozess. Ebenso geht es Produktions- und Spielleiter Stefan Tietgen. Auch er schon ein alter Hase in der Karl-May-Spiele Familie, seit 15 Jahren dabei. Er wird sich sicherlich in diesen Tagen des Juni und Juli 2014 an eine seiner bislang größten beruflichen Aufgaben erinnern: die Übertragung der Endrundenauslosung zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Leipzig.

Winnetou und der Geist von Llano Estacado

Premierenfieber sieht bei Bühnenbildner Andreas Freichels übrigens besonders aus: Anschauen geht nicht, weil er in jeder Szene zu sehr mitfiebern würde. Hinterher freut er sich über den Applaus des Publikums, meint er, und die strahlenden Kollegen umso mehr. Ein volles Haus mit 7500 Zuschauern dürfte nicht zu überhören sein!

Und was ist mit dem Geist des Llano Estacado? Dazu schweigt die Autorin. Schließlich muss nicht alles im Voraus verraten werden. Nur so viel sei gesagt: Auch er kann reiten!

Infos:

Spielzeit:  28. Juni bis 7. September 2014

Jeden Donnerstag, Freitag und Samstag: 15 Uhr und 20 Uhr

Sonntag: 15 Uhr

Premiere 28. Juni 2014, 20.30 Uhr

Karten an allen Vorverkaufsstellen oder unter

www.karl-may-spiele.de

Ticket Hotline und Infos unter: 01805-952111

 

 

 

 

 

Matthias Ristau

Matthias Ristau (45) ist der neue Seemannspastor der evangelischen Nordkirche. Man findet ihn in der Deutschen Seemannsmission Hamburg-Altona in der Großen Elbstraße 132 –  Blick auf Elbwellen, Schiffe und Hafen.

Allerdings nicht nur dort, denn er ist für insgesamt 7 Seemannsmissionen zuständig: Hamburg-Altona, Hamburg ( Krayenkamp), Hamburg-Harburg – bekannt unter „Duckdalben“, Brunsbüttel, Kiel, Lübeck und Rostock.

Da ist Reisen angesagt und das nicht nur mit dem Fahrrad, der S-Bahn oder dem HVV-Schiff, wie es innerhalb des Hamburger Hafens für Matthias Ristau seit seinem Amtsantritt im Oktober 2013 normal ist, ebenso übrigens wie der Weg von seinem jetzigen Wohnort Wedel in die Große Elbstraße, wenn er im Büro in Hamburg Altona arbeitet.

Das Leben führte ihn über Berlin, Brasilien, Süderlügum an der dänischen Grenze, wieder Brasilien, Kiel und wieder nach Hamburg zurück. In Brasilien lernte er seine Frau kennen, mit der er zwei Töchter hat.

Vor seiner Berufung zum Seemannspastor arbeitete er in der Kieler Gemeinde Gaarden gemeinsam mit der Kieler Tafel und der Stadtmission, die Hunderte von Menschen mit Essen versorgen. So sieht er seine Aufgabe auch heute: „Wir wollen nicht alle zu Christen machen, aber wir wollen beistehen, helfen und unterstützen.“ Diesen Dienst an den Menschen zu tun, deshalb ist er Pastor geworden.

Der Hafen ist sein Arbeitsplatz

Sturzhelm und Sicherheitsjacke hängen im Büro, die er bei seinen Schiffsbesuchen im Hafen trägt, wenn er dort die Hilfsangebote der Seemannsmission bekannt macht. Schon jetzt kann er viele Geschichten über das Leben der Besatzungen in einer globalisierten Welt erzählen, in der Mindeststandards immer noch nicht eingehalten werden.

Im März ist er auf einem Containerschiff  in die Dominikanische Republik gefahren, um sich ein Bild vom Leben der Seeleute zu machen, denn das Leben an Bord ist hart und der technische Fortschritt hat nicht dazu beigetragen, die Würde des Seemanns im Arbeitsalltag zu gewährleisten. View full article »

Es war einmal…

Singen ist Lebensfreude

Die Geschichte ist kurz und enthält trotzdem ein Universum an Gedanken. Als ich sie hörte, musste ich weinen. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann das zuletzt bei einem Interview als quasi Begleiterscheinung geschehen ist.

Es war nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges irgendwo an der Elbe in der sowjetischen Zone. Dem deutschen Soldaten winkte kein gutes Schicksal. Die russischen Soldaten hatten ihn zusammen mit anderen deutschen Soldaten gefangen genommen. In einem Holzschuppen saßen sie und warteten darauf, nach Sibirien abtransportiert zu werden. Das hatte man ihnen angekündigt.

Sibirien also, weit entfernt von der Familie, das Schicksal ungewiss, die Lage aussichtslos, die Hoffnung auf dem Nullpunkt. Was hatte dieses Leben noch für einen Wert, was für einen Sinn und warum eigentlich sollte man es noch leben?

Die russischen Soldaten saßen immer nachmittags beim Wodka zusammen und sangen russische Weisen, betranken sich und sangen und sangen. Wer kennt russiche Volksmusik nicht, wer kennt sie nicht, die „Kalinka“ ?

An einem Nachmittag fasste sich der deutsche Soldat ein Herz. Er stand auf und begann laut zu singen. Seit seiner Jugend hatte er im Chor gesungen. Singen war sein Hobby und seine Freizeitfreude gewesen. Er sang, was er sicher erinnerte, liebte und auswendig konnte: deutsche Operettenlieder.

Die russischen Soldaten hörten zu und applaudierten. Von diesem Nachmittag an musste er ihnen immer vorsingen, deutsche Operettenlieder im Angesicht von Wodka und zukünftiger  Gefangenschaft in Sibirien. Er sang sich damit ins Leben zurück, aber er wusste es nicht. Als das Lager aufgelöst wurde, entließen sie ihn nach Hause zu seiner Frau und den Kindern.

Vom Zauber des Singens und der Musik könnte man schreiben. Vom Mut eines Mannes, seine Stimme einfach zu erheben, könnte man schreiben. Von der Hoffnung, die sich darin einen Weg gebahnt hatte, könnte man schreiben. Welche Assoziation auch immer – sie führte noch siebzig Jahre danach zu Tränen der Rührung und der Freude über die Kraft der Musik und ihre Fähigkeit, Menschen zu verwandeln.

 

Von Johanna Renate Wöhlke

Professor Derek Fraser

Professor Derek Fraser

An Bord des Cunard Schiffes „Queen Elizabeth“ gab es auf einer Teilstrecke seiner Weltreise 2014 mehr zu erleben als Meer und Wellen, Sonne und Wind, Essen und Trinken, Lesen und Träumen, Tanz und Unterhaltung.

Zwischen New York und San Francisco – und der von allen Passagieren mit großer Spannung erwarteten Panama-Kanal-Passage, schenkten die Passagiere im jeweils voll besetzten Theater des Schiffes, dem „Royal Court Theatre“, einem Wissenschaftler ihre Aufmerksamkeit: Professor Derek Fraser. Derek Fraser war bis 2003 „Vice-Chancellor and Chief Executive of the University of Teesside“ in Middlesbrough in Nordost England.

Der Historiker hielt eine Serie von sieben Vorträgen unter dem Leitgedanken „Those who changed their worlds“, frei übersetzt „Von denen, die ihre Welt verändert haben“. In einem davon brachte Derek Fraser seinem Publikum ein bedrückendes Thema auf eindringliche Weise durch Fakten und Bilder nahe: die Entwicklung der Sklaverei und ihre Abschaffung im Britischen Empire, geführt und erstritten unter der Ägide von William Wilberforce. View full article »

Übernommen von www.dap-hamburg.de

Johanna Renate Wöhlke, President of “Die Auswärtige Presse e.V.”, February 2014:

“We take great pleasure in publishing an address posted by Professor Derek Fraser on the website of “Die Auswärtige Presse e.V. The subject is slavery, a particularly sad chapter in human history. In spite of its historic background, this subject is as topical as ever. Until today, our modern society is trying hard to fight this evil. We thank you very much, Professor Fraser, for giving us the permission to publish your lecture on our website.”

 by Professor Derek Fraser

 (A shortened version of a lecture given on board Queen Elizabeth as part of the Cunard Insights programme January 2014)

 

Am I not a man and a brother?

Am I not a man and a brother?

Slavery is as old as civilisation itself and many ancient Empires, including Egypt, Greece and Rome, were built on slave labour.  However, in the 17th and 18th centuries slavery took on a new more systematic form, in the wake of the voyages of exploration to and colonisation of the Americas by Europeans.  The fertile land of the New World generated a demand for labour which far exceeded the supply of both indigenous peoples and migrants.  Africa seemed to promise an unlimited supply of labour which the colonies needed and so the infamous triangular slave trade developed.  Ships from Europe would take manufactured goods, including basic armaments, to ports in West Africa.  There the products were offloaded and traded for African slaves, brought to the huge slave warehouses by unscrupulous traders, often Africans themselves.  The “middle passage” transported the slaves to North and South America in horrendous conditions.  Many suffered serious View full article »

Ein Chor der Passagiere zwischen New York und San Francisco auf der Weltreise der Queen Elizabeth 2014 auf der Bühne im Pazifik

Auf der Bühne...im Pazifik

Auf der Bühne…im Pazifik

Wann sind Urlaubserlebnisse besonders schön? Ich behaupte: immer dann, wenn sie unser Denken und Fühlen über lange Zeit hinaus bewegen und uns mit heiterem Erinnern durch den Alltag tragen helfen. Das ist sicherlich so unterschiedlich wie Menschen unterschiedlich sind. „Wat den een sien Uhl, is den annern sein Nachtigal“, sagt man in Hamburg oder „One man’s meat is another man’s poison“ im englischen Sprachraum. In meinem persönlichen Reiseerlebnis bleiben wir bei der Sprachvariante mit der Nachtigall, denn: Es hatte mit Singen zu tun!

Singers At Sea

Singers At Sea

„Queen Elizabeth Singers At Sea“ nämlich, so stand es am Anfang der Weltreisen – Etappe von New York nach San Francisco auf dem Tagesprogramm der „Queen Elizabeth“. Wer die drei „Queens“ der Cunard Reederei kennt – Queen Mary 2, Queen Elizabeth und Queen Victoria – der weiß, dass das Tagesprogramm dieser Schiffe immer für reichlich Möglichkeiten zur Information und Unterhaltung sorgt –  aber auch das Singen wurde bedacht? Probenraum auf Deck 10 im Yacht Club von 12 bis 12.45 Uhr -  mal sehen, was das ist. Schließlich gehört für eine begeisterte Chorsängerin das Singen zum Alltag und zum Leben wie Brot und Butter.

Neugier und gespannte Erwartung werden durch die freundliche und fröhliche Unterhaltungsdirektorin Leah Hemsley belohnt. Außerdem sind fast einhundert Passagiere erschienen, die offensichtlich Zuhause auch Chorsänger sind, erfreulicherweise auch sehr viele Männer. Sie wollen mitmachen und sind gespannt wie ich. Wir kennen uns nicht. Wir kommen aus aller Welt, unter anderem Australien, Japan, England, Amerika, Deutschland. Wir reden Englisch miteinander. Die Liebe zur Musik und zum Singen hat uns hierher geführt. Leah Hemsley selbst bekennt, dass sie kein Profi sei und nicht wirklich etwas vom Dirigieren verstehe. Am Klavier begleitet werden wir vom Piano Bordentertainer Robin Rose. Was soll das werden? Es wird etwas!

Wir studieren an sechs Seetagen ein kleines Programm mit bekannten englischen Liedern ein: Summertime, You raise me up, Delilah, I am sailing, My favourite things, Let it be, It´s a long way/Pack up your troubles und Thank you for  the music. Am Ende soll ein Konzert auf der Bühne des „Queens Room“ stehen, dem Ballsaal der Queen Elizabeth – in dem übrigens auch jeden Nachmittag ein traditioneller englischer Tee mit Scones und Gurkensandwiches gereicht wird. Wir freuen uns, nein – wir sind begeistert!

Aber am Tag der vierten Probe kommt Leah Hemsley mit einer besonderen Nachricht. Wir seien so gut, dass unser Konzert nun nicht im Queens Room, sondern auf der großen Bühne des Royal Court Theaters gesungen werden soll. Das ist eine Nachricht, die alle noch mehr beflügelt. Aber – werden auch genügend Zuschauer aus dem Kreis der Passagiere kommen, um uns unbekannte „Singers At Sea“ an einem Nachmittag um 14 Uhr anzuhören? Wir befinden uns etwas nördlich von Puntarenas, Costa Rica, die Sonne brennt heiß vom Himmel und die Außenliegen werden von Sonnenhungrigen belegt sein.

Der Vorhang öffnet sich

Der Vorhang öffnet sich

Wir werden nicht enttäuscht. Das Theater ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als wir unser kleines Konzert geben. Die Bühne gehört uns, uns vielen füreinander Fremden, die die Musik zusammengeführt hat und die nun nicht mehr ganz so fremd füreinander sind. Schade, dass wir in zwei Tagen in San Francisco von Bord gehen. Einige unter uns kennen sich jetzt mit Namen und haben Adressen ausgetauscht. Aber Kennenlernen braucht Zeit – und die ist für die meisten von uns nun vorüber.

Zugabe in der Grand Lobby

Zugabe in der Grand Lobby

Was bleibt, ist die Erinnerung an ein Erlebnis, das wir alle nie vergessen werden. Die Kraft der Musik hat es wieder einmal vollbracht. Sie hat Menschen zusammengeführt. Natürlich kaufen wir alle die DVD, die gemacht worden ist und beim großen Gemeinschaftsfoto in der Grand Lobby des Schiffes geht ein Blitzlichtgewitter von allen Seiten auf uns nieder. Kein Wunder, versteht sich…schließlich sind und waren wir die „Singers At Sea“ auf der Queen Elizabeth World Voyage 2014. George und Marilyn werden schon wieder in Denver und Alan und Brenda wieder in Yorkshire sein – aber vergessen werden wir uns nicht. Sure, sicher – thank you, Music und thank you, Leah Hemsley für die Tränen der Freude beim Dirigieren. Wir haben sie gesehen – die Zuschauer natürlich nicht. Wie war noch der Text, bei dem sie flossen?

„When I am down, and oh, my soul`s so weary. When troubles come, and my heart burdened be.Then Iam still, and wait here in the silence. Until you come, and sit a while with me. You raise me up, so I can stand on mountains. You raise me up, to walk on stormy seas. I am strong, when I am on your shoulders. You raise me up, to more than I can be.“

Warum darf, warum sollte man es an dieser Stelle nicht sagen: zu Tränen gerührt und berührt zu sein von der Kraft der Musik und der gemeinsamen Freude, das ist keine Schande. Gewiss nicht. Außerdem darf auch geschmunzelt werden, denn: Wasser und Wasser passt doch gut zusammen!

 

Fotos: Winfried Wöhlke

 

Fast 500 Jahre Hamburger Kaufmannstradition am Jahresende 2013 in der Börse als Jahresabschlussversammlung der Hamburger Wirtschaft

Aufmerksames Publikum in der Börse

Aufmerksames Publikum in der Börse

Zum Jahresende 2013 ist sie wie in jedem Jahr die traditionelle Schlussveranstaltung der Hamburger Wirtschaft: die „Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns“.  Alles was Rang und Namen hat, findet sich auf persönliche Einladung im Börsensaal ein und erwartet gespannt den Bericht des Präses der Handelskammer Hamburg über die wirtschaftliche Gesamtsituation der Stadt mit Ausblicken über den Tellerrand Hamburgs hinaus. An diesem Silvestertag strömen über 2000 Gäste in den dicht an dicht von  Stühlen gefüllten Börsensaal und nehmen schon lange vor Beginn ihre Plätze ein, denn schon in der Einladung wird darauf hingewiesen, dass die Veranstaltung pünktlich beginnen wird. Es ist Silvester. Sind die Ehrbaren Kaufleute pünktlich? Sie sind es. Es beginnt um 12 Uhr –  keine Drinks, keine Häppchen. Als Vorspeise, Hauptgericht und Dessert: Worte. View full article »