Category: Gedichte


Die GEDOK ist als Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer e. V., das älteste und europaweit größte Netzwerk für Künstlerinnen aller Kunstgattungen: Bildende Kunst / Literatur / Musik / Angewandte Kunst / ArtDesign / Interdisziplinäre Kunst / Schauspiel / Tanz.
In diesem Fall handelt es sich um den Literatur Kalender 2015 der Gedok Franken. Danke für die Aufnahme meines Gedichtes “Bäume” in diesen Kalender, liebe Gedokerinnen in Franken! ( ISBN: 978-3-9815084-4-4), Preis im Handel: 14,50 Euro

 

Der Mühlstein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Mühlstein

Ich hab meinen Namen in Mehlstaub geschrieben,

hab ihn durch Millionen von Körnern gerieben.

Der Wind, er wehte. Die Mühle, sie drehte.

Es knarrte und scharrte auf windiger Warte.

Was wird nun bleiben vom Reiben und Treiben

und wäre geblieben vom  Sieben und Lieben?

Im Knarren verharren hält manchen zum Narren.

Vom  ewigen Zittern würd man nur verbittern.

Ich hab meinen Namen in Mehlstaub geschrieben,

hab ihn durch Millionen von Körnern gerieben.

Der Wind, er wehte. Die Mühle, sie drehte.

Vom Wehen im Drehen blieb nichts mehr zu sehen.

 

Im September 2014

Sonnenschmunzeln

 

Sonnenschmunzeln leuchtet leise.

Glitzert sich in kleine Wellen,

um ihr Dasein zu erhellen.

Tänzelt sich in jede Rinne

und betört so meine Sinne.

Stavanger-Hamburg mit der Queen Mary 2 im Juli 2014 zum Zehnjährigen ihres Einlaufens in Hamburg

 

Im Land wo die Zitronen blühn

fiel einst ein Regenschauer.

Da waren die Zitronen plötzlich nass –

und richtig sauer!

Im Land wo die Zitronen blühn

 

 

Samen und Blüten der Physalis

Frühlingsdank an eine alte Physalisblüte

Oder

Das Leben ist nicht teilbar

 

Was wächst aus dem vergehenden Alten?

Das keimende Neue.

Was wächst aus dem keimenden Neuen?

Das blühende Jetzt.

Was strömt aus dem blühenden Jetzt?

Das kommende  Alte.

Was vollendet das kommende Alte?

Das vergehende Alte.

Frühling,

nun wächst aus dem vergehenden Alten

Das blühende Jetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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So sieht er schon mal aus…

Der Granatapfelkernentferner   Oder

Willkommensgruß für ein neues Familienmitglied

 

Du bist der lebende Beweis,

dass ich von Äpfeln noch nicht alles weiß.

Ich weiß auch nichts von ihren Kernen

und von der Art, sie zu entfernen.

 

Mit Dir wird sich das ändern!

 

Granatäpfel, ihr Runden,

nur noch ein paar Stunden,

dann hab ich es geschafft

und schlürfe euren Saft!

 

Der Mammutbaum

Oder

Die Einsicht in die eigene Größe ist relativ…

 

Muir Woods

Es war einmal ein Mammutbaum,

der träumte einen Mammuttraum.

Es zog ihn zu den Sternen hin,

so hoch zu wachsen, war sein Sinn.

 

Doch als er dann ein Menschlein sah

so winzig seiner Rinde nah,

erwachte die Zufriedenheit:

„Ich bin doch zu beneiden.

Da kann ich mich bescheiden…“

 

San Francisco, 7. Februar 2014, Muir Woods – Mammutbäume in Kalifornien

Es begab sich an einem Mittag in Pertisau – genau so, wie hier beschrieben :)

Die Mittagsüberraschung

Der ewige Baum

Ich bin ein Stein.

Was bin ich für ein Stein!

Bin ich nicht schön? Gefalle ich Euch?

Ich war und bin der Stein und werd` es immer sein.

Mensch, darauf kannst du dich verlassen

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

(Als die das Prinzip der Liebe immanent verwaltende Evolution das Gehirn entwickelte, wusste sie noch nichts von  den unendlichen Möglichkeiten der realitätsgeleiteten Phantasie. Wie schön, wie schön. So gibt sie uns immer wieder neue Rätsel auf und schafft uns neue Gedanken bis zu unserem individuell gelebten jüngsten Tag)

25 Millionen Jahre Ewigkeit – Braunkohletagebau Profen ( Sachsen-Anhalt) 2013